Der E-Rechnungs-Weg der VAE sieht von außen täuschend einfach aus: 5 % USt., ein klares TRN-Schema und eine Federal Tax Authority, die detaillierte Leitlinien publiziert. Die Realität ist interessanter, weil die VAE Interoperabilität statt Clearance gewählt haben — und die Umsetzungsfrist ist näher, als die meisten CFOs glauben.
Heute: Post-audit mit strengen Inhaltsregeln
Die FTA fährt weiter ein Post-audit-Modell. Sie stellen eine Rechnung aus, schicken sie an den Käufer und bewahren sie fünf Jahre auf. Aber die FTA setzt strenge Inhaltsregeln durch. Jede B2B-Steuerrechnung muss die TRN (Tax Registration Number, 15 Stellen) von Verkäufer und Käufer enthalten, AED-Beträge auch bei Fremdwährungsrechnungen, und eine fortlaufende Seriennummer, die unterm Jahr nicht zurückgesetzt werden darf.
2027: Peppol PINT für B2B
Das Finanzministerium hat bestätigt, dass das Rollout der zweiten Phase auf Peppols PINT-Profil (Public International Network Tax) setzt — ein Vier-Ecken-Modell, in dem zertifizierte Access Points Rechnungen weiterleiten und die Steuerdaten in Quasi-Echtzeit an die FTA melden. Das stellt die VAE in dieselbe Architekturfamilie wie Singapur, Malaysia und (bald) die meisten EU-Staaten — eine deutliche Abweichung vom Clearance-Ansatz Saudi-Arabiens.
- Phase 1 (bereits aktiv): Pilotbetrieb für Behörden und Großsteuerpflichtige über zugelassene Access Points.
- Phase 2 (Q3 2027): verpflichtend für B2B zwischen umsatzsteuerregistrierten Einheiten oberhalb einer Umsatzschwelle.
- Phase 3 (Zielzeit 2028): alle umsatzsteuerregistrierten Steuerpflichtigen inkl. B2C-Reporting.
Was Verkäufer jetzt tun sollten
Drei Dinge, in Reihenfolge: (1) sicherstellen, dass Ihre Peppol-Endpoint-ID gegen Ihre TRN registriert ist, (2) sicherstellen, dass Ihr Rechnungsgenerator UBL 2.1 konform zum Profil EN 16931 + PINT erzeugt, und (3) sich einen Access-Point-Partner sichern, bevor der Andrang einsetzt. Die Kapazitäten werden Richtung 2027 enger.